Es gibt verschiedene Möglichkeiten, global diversifiziert zu investieren. Ein Überblick.
Wer langfristig ein Vermögen aufbauen möchte, kommt an Aktien kaum vorbei. Doch die Kurse von Aktien können schwanken – mitunter stark. Investitionen in Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Regionen können dabei helfen, Risiken zu streuen und Schwankungen einzelner Titel auszugleichen.
Sich selbst ein global diversifiziertes Portfolio zusammenzustellen, ist anspruchsvoll. Doch es gibt unterschiedliche Instrumente, die es Anlegerinnen und Anlegern ermöglichen, am globalen Aktienmarkt zu partizipieren – insbesondere so genannte Indexfonds (ETFs) oder aktiv gemanagte Fonds.
Passiv investieren mit ETFs
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Fonds, der einen bestimmten Marktindex möglichst exakt nachbildet. Anleger investieren damit automatisch in die im Index enthaltenen Unternehmen. Besonders bekannt ist der MSCI World Index. Er gilt vielen Anlegerinnen und Anlegern als Synonym für eine weltweite Geldanlage.
Der MSCI World enthält allerdings ausschließlich Aktien aus entwickelten Industrieländern. Andere Indizes wie der MSCI All Country World Index (ACWI) oder der FTSE All-World berücksichtigen zusätzlich Unternehmen aus Schwellenländern.
Investieren in ETFs: Anleger müssen aktiv Entscheidungen treffen
Es gibt zahlreiche weitere Indizes, die Unternehmen aus verschiedenen Regionen und Ländern, beispielsweise auch aus Schwellenländern oder Entwicklungsländern, enthalten. Anleger müssen sich gut überlegen, wie sie ihr Vermögen aufteilen möchten und aktive Anlageentscheidungen treffen.
Man spricht bei ETFs von passivem Investieren, weil sich die Zusammensetzung eines Fonds ausschließlich an dem jeweiligen Index orientiert – es findet keine aktive Auswahl einzelner Unternehmen durch Fondsmanager statt.
Wie funktioniert die Gewichtung im MSCI World?
Die Gewichtung der Länder und Unternehmen in vielen globalen Indizes richtet sich nach ihrer Marktkapitalisierung – also dem Börsenwert der jeweils frei handelbaren Aktien. Je größer und höher bewertet ein Unternehmen ist, desto stärker ist es im Index vertreten.
Das hat Folgen für die regionale Verteilung: Da zahlreiche große und hoch bewertete Technologieunternehmen in den USA ansässig sind, ist ihr Anteil im MSCI World besonders hoch.
Aktiv investieren: Mehr Spielraum bei der Titelauswahl
Im Unterschied zu ETFs werden aktiv gemanagte Fonds von Portfoliomanagern gesteuert. Sie analysieren Unternehmen, Geschäftsmodelle und Bewertungen und treffen eigenständige Anlageentscheidungen.
Allerdings orientieren sich auch einige aktive Strategien an regionalen Vorgaben oder Vergleichsindizes. Doch die Frage ist: Wie sinnvoll ist eine starre Ländergewichtung in einer globalisierten Wirtschaft, in der viele große, international tätige Unternehmen einen erheblichen Teil ihrer Umsätze außerhalb ihres Heimatmarktes erzielen?
Für Anleger kann es daher sinnvoll sein, bei der Auswahl eines Fonds oder Vermögensverwalters genau zu prüfen, nach welchen Kriterien investiert wird – etwa ob Regionen, Indizes oder die Qualität einzelner Unternehmen im Vordergrund stehen.
Warum die Unternehmensqualität entscheidend sein kann
Nicht jedes Unternehmen eignet sich allein deshalb für eine Investition, weil es in einem bekannten Index enthalten ist. Umgekehrt können auch Unternehmen außerhalb großer Indizes attraktive Eigenschaften aufweisen.
Entscheidend können unter anderem folgende Faktoren sein:
- solide Bilanzstruktur
- nachhaltige Wettbewerbsposition
- nachvollziehbares Geschäftsmodell
- erfahrenes und integres Management
- angemessene Bewertung
Ein aktiver Investmentansatz kann darauf abzielen, solche Qualitätsmerkmale unabhängig von Länderzugehörigkeit oder Indexgewichtung zu identifizieren.
Eine Investition ist eine langfristige Entscheidung
Aktives Investieren bedeutet in der Regel, Unternehmen intensiv zu analysieren und die langfristige Entwicklung zu beurteilen. Dabei spielen Widerstandsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und finanzielle Stabilität eine zentrale Rolle.
Eine Beteiligung an einem Unternehmen ist für verantwortungsvolle Investoren keine kurzfristige Maßnahme, sondern eine strategische Entscheidung. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Geschäftsmodell, Management und Bewertung langfristig überzeugen können – unabhängig davon, in welchem Land das Unternehmen seinen Hauptsitz hat.
Fazit: Index oder aktiv gemangter Fonds?
Sowohl mit ETFs als auch mit aktiv gemanagten Fonds können Anleger weltweit investieren. ETFs bilden dabei einen Index ab und gewichten Unternehmen nach festen Regeln, in der Regel nach Marktkapitalisierung. Aktive Fondsmanager treffen dagegen gezielte Anlageentscheidungen und können Unternehmen unabhängig von ihrer Indexzugehörigkeit auswählen.
Aktive Fondsmanager beobachten die Entwicklungen an den Kapitalmärkten kontinuierlich und passen das Portfolio bei Bedarf an. Zudem verfolgen sie bestenfalls das Prinzip „Active-Ownership“. Sie stehen im Austausch mit den Unternehmensleitungen und begleiten die langfristige Entwicklung ihrer Beteiligungen.
Ein ETF bildet einen bestimmten Index möglichst exakt ab und folgt dessen Zusammensetzung. Ein aktiv gemanagter Fonds wird von Portfoliomanagern gesteuert, die Unternehmen gezielt auswählen und das Portfolio bei Bedarf anpassen.
Passiv investieren heißt, die Entwicklung eines Marktes oder Index nachzuvollziehen. Ein ETF bildet die im Index enthaltenen Unternehmen entsprechend ihrer Gewichtung ab. Es findet keine eigene Titelauswahl statt.
Aktiv gemanagte Fonds werden von Portfoliomanagern gesteuert. Sie analysieren Unternehmen, Märkte und Bewertungen und können das Portfolio anpassen, wenn sich Rahmenbedingungen ändern.
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