
Wer sich mit dem Thema Geldanlage beschäftigt, stößt häufig auf die Begriffe Fonds und ETFs. Doch wie funktionieren diese Anlageinstrumente – und welche Kriterien sind bei der Auswahl entscheidend?
Für Investitionen am Kapitalmarkt gilt generell der Grundsatz der Diversifikation. Das bedeutet konkret: Ein Vermögen sollte nicht in wenige ausgewählte Wertpapiere investiert werden, sondern breit gestreut – bestenfalls auf unterschiedliche Titel innerhalb einer Anlageklasse sowie über mehrere Anlageklassen wie Aktien und Anleihen hinweg.
Breit diversifiziert investieren mit Fonds und ETFs
Um breit diversifiziert zu investieren, bieten sich Anlageinstrumente wie Fonds an. Diese bündeln das Kapital vieler Anleger und investieren je nach Strategie in unterschiedliche Wertpapiere.
Generell lassen sich verschiedene Fondsarten unterscheiden: So investieren einige Fonds lediglich in eine Anlageklasse wie beispielsweise Aktien oder Anleihen (Renten). Daneben gibt es auch Mischfonds bzw. sogenannte Multi-Asset-Fonds. Diese enthalten Titel mehrerer Anlageklassen wie beispielsweise Aktien, Anleihen und Rohstoffe wie Gold.
Wichtig ist zudem die Unterscheidung nach Managementansatz:
- Aktiv gemanagte Fonds: Analysten und Portfoliomanager analysieren Unternehmen, Märkte und wirtschaftliche Entwicklungen. Auf dieser Grundlage stellen sie ein diversifiziertes Portfolio zusammen, das je nach Strategie unterschiedliche Anlageklassen enthalten kann. Das Portfolio wird laufend überwacht und bei Bedarf angepasst.
- Passive Fonds: Indexfonds, meistens in der Form von Exchange Traded Funds (ETFs), bilden einen bestimmten Börsenindex wie beispielsweise den globalen Aktienindex MSCI World möglichst genau nach. Eine aktive Auswahl einzelner Wertpapiere durch ein Fondsmanagement findet nicht statt. Die Zugehörigkeit zum jeweiligen Index richtet sich in der Regel nach dem Börsenwert eines Unternehmens oder nach der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Land, einer Branche oder einem bestimmten Thema.
Auch wenn sich aktiv gemanagte Fonds und passive ETFs insbesondere im Hinblick auf den Managementansatz grundsätzlich unterscheiden, gibt es einige Punkte, die Anleger sowohl bei der einen als auch bei der anderen Variante beachten sollten.
- Ausschüttend oder thesaurierend investieren: Grundsätzlich gibt es Fonds, die Gewinne ausschütten und andere, die diese reinvestieren. Wer langfristig vom Zinseszinseffekt profitieren möchte, kann einen thesaurierenden Fonds in Betracht ziehen.
- Gewichtung einzelner Titel im Portfolio: Eine hohe Gewichtung einzelner Titel birgt Risiken. Auch die Aktienkurse von sehr erfolgreichen und robusten Unternehmen können plötzlich einbrechen. Ist ihr Anteil im Portfolio (zu) hoch, kann das für Anleger schmerzliche Verluste bedeuten.
- Welchen Anbieter wähle ich aus: Bei der Bewertung der Reputation sollten Faktoren wie die Erfahrung des Fondsmanagements (bei aktiven Fonds), aber auch der regulatorische Sitz, die Verwahrstelle (Depotbank) sowie etablierte Risikomanagementprozesse eine Rolle spielen.
- Fondsvolumen: Das Fondsvolumen kann ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Auswahl eines Fonds sein. Sehr kleine Fonds bergen unter Umständen das Risiko einer späteren Schließung oder Zusammenlegung mit anderen Fonds.
- Kosten: Die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) gibt an, welche laufenden Kosten dem Fondsvermögen jährlich entnommen werden.
Da sich passive ETFs und aktive Fonds in puncto Managementansatz grundlegend unterscheiden, gibt es einige Faktoren, die Anleger lediglich bei der ein oder anderen Lösung beachten sollten.
Bei der Auswahl von passiven ETFs sollten Anleger zusätzlich folgende Punkte beachten:
- Index auswählen: Es gibt zahlreiche Indizes, die unterschiedliche Märkte, Regionen oder Anlageklassen abbilden. Häufig gewählt werden etwa der MSCI World, der S&P 500 oder der Euro Stoxx. Daneben existieren spezialisierte Indizes, die bestimmte Branchen oder Themen wie Künstliche Intelligenz abdecken. Anleger müssen hier den zu ihren Anlagezielen passenden Index auswählen und diesen möglicherweise durch weitere ergänzen, um eine ausreichende Diversifikation zu erreichen.
- Replikationsmethode: Physisch replizierende ETFs kaufen die Aktien, die in einem Index enthalten sind, tatsächlich. Synthetisch replizierende ETFs enthalten nicht unbedingt genau die Aktien des Index. Stattdessen sorgen vertragliche Vereinbarungen dafür, dass der ETF trotzdem die gleiche Wertentwicklung erzielt wie der Index. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile.
Bei aktiv gemanagten Anlagestrategien und Fonds gilt:
- Anlagekonzept und Strategie prüfen: Aktiv gemanagte Fonds verfolgen unterschiedliche Ansätze, etwa wachstumsorientierte, wertorientierte oder defensive Strategien.
- Rolle des Fondsmanagements: Die Erfahrung und Kontinuität des Investmentteams können eine wichtige Rolle spielen. Da Anlageentscheidungen aktiv getroffen werden, hängt die Entwicklung eines Fonds auch von der Expertise der verantwortlichen Personen ab.
Fazit
Fonds und ETFs ermöglichen einen strukturierten Zugang zu unterschiedlichen Kapitalmärkten und Anlageklassen. Beide Instrumente können zur Diversifikation eines Vermögens beitragen, unterscheiden sich jedoch vor allem in ihrem Managementansatz und im Grad der Eigenverantwortung der Anleger.
Insofern gilt sowohl für das Investieren in ETFs als auch in aktiv gemanagte Fonds, dass sich Anleger mit der Auswahl der für sie geeigneten Lösung auseinandersetzen sollten. Während bei aktiv gemanagten Fonds Anlageentscheidungen an ein Managementteam delegiert werden, treffen passive ETF-Investoren zentrale Entscheidungen – etwa zur Indexauswahl und Portfoliozusammensetzung – selbst. Zudem liegt die laufende Überprüfung der gewählten Portfoliozusammensetzung in ihrer Verantwortung.
Entscheidend ist letztlich, dass die gewählte Lösung zur persönlichen Risikobereitschaft, zum Anlagehorizont und zu den individuellen finanziellen Zielen passt.
Häufige Fragen zu Fonds und ETFs
Der zentrale Unterschied liegt im Managementansatz. Aktiv gemanagte Fonds werden von einem Fondsmanagement gesteuert, das Anlageentscheidungen trifft. Passive ETFs (Indexfonds) bilden hingegen einen bestimmten Börsenindex regelbasiert nach.
Beide bündeln das Kapital vieler Anleger und investieren es in eine Vielzahl von Wertpapieren. Dadurch wird das Vermögen nicht nur in einzelne Titel, sondern breit über Unternehmen, Branchen oder Regionen gestreut.
Neben den Kosten und dem Anbieter spielen vor allem die Auswahl des passenden Index sowie die Replikationsmethode eine Rolle. Entscheidend ist, ob Struktur und Risikoprofil des Index zu den eigenen Anlagezielen passen.
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