29.05.2020 - Flossbach von Storch

US-Wirtschaft – Corona-Krise als Trendbeschleuniger


Trotz politischer Wirren durch die Trump-Regierung: Auch nach der Corona-Krise dürften die USA unseres Erachtens zu den stärksten Wirtschaftsregionen zählen. Dafür gibt es Gründe.

Die USA kämpfen derzeit mit den Folgen der Corona-Pandemie – und könnten in Zukunft durchaus gestärkt aus der Krise hervorgehen. Dafür gibt es einige gute Gründe. Einerseits ist aufgrund der enormen Rettungspakete ein Konsumeinbruch nicht zu erwarten. Denn zusätzlich zum üblicherweise gezahlten Arbeitslosengeld von 250 bis 400 US-Dollar die Woche, erhalten Arbeitslose von der Regierung noch 600 US-Dollar obendrauf – und das bis zu einem Familieneinkommen von 150.000 US-Dollar. Wenn also ein Ehepaar arbeitslos wird, kommen beide jeweils auf 850 bis 1.000 US-Dollar pro Woche, verfügen also in einem Monat mit 4,5 Arbeitswochen gemeinsam über mindestens 7.650 US-Dollar.

US-Rettungspaket läuft bis Juli – und dann?

Das Programm läuft bis Juli, obwohl Präsident Donald Trump bereits bemängelt hat, dass es inzwischen zu wenige „Meat Packer“ gebe, weil offenbar Arbeitnehmern in den niedrigen Lohngruppen der Anreiz fehlt, wieder in den Job zurückzukehren. Die Demokraten wollen dieses Programm sogar bis Januar 2021 verlängern. Es gibt weitere Pläne für eine Art Grundeinkommen von 2.000 US-Dollar pro Monat, das bis zu zwölf Monate nach der Lockerung des Lockdowns gezahlt werden soll.

US-Mentalität erleichtert Neustart

Zum Zweiten haben die US-Amerikaner eine andere Mentalität, mit Krisen umzugehen. Statt nach dem Staat zu rufen, wenn es wirtschaftlich nicht läuft, versuchen viele einen Neustart. Natürlich ist in dieser Hinsicht auch die Demographie ein Vorteil. So ist die Bevölkerung in den USA im Durchschnitt jünger als in Europa. Und für Ältere ist eine berufliche Neuorientierung meist schwieriger.

Digitalisierung beschleunigt sich

Das dritte Argument für die USA als bedeutender Wirtschaftsraum der Zukunft ist die Digitalisierung. Hier wirkt die Corona-Krise als Trendbeschleuniger und viele nachhaltige und erfolgreiche Geschäftsmodelle in diesem Bereich finden sich in den USA.

Und in Europa?

In Europa verschärft hingegen die Corona-Krise die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen dem Norden und Süden. Einerseits sind Italien, Spanien und Griechenland besonders stark von der Pandemie betroffen, andererseits ist der Tourismus in diesen Ländern ein sehr wichtiger Wirtschaftszweig. Doch gerade hier ist mit Rückgängen zu rechnen. Geplante Hilfsprogramme werden daran voraussichtlich wenig ändern.

Schwellenländer kämpfen mit vielen Problemen

Auf dem letzten Platz dürften unseres Erachtens die Schwellenländer (ex China) landen. Hier kommen mehrere Faktoren zusammen. Zum einen sind die Gesundheitssysteme oft schwach ausgestattet. Zum anderen sind viele dieser Volkswirtschaften von Rohstoffmärkten abhängig, wo derzeit die Preise niedrig sind. Zu guter Letzt sind sie oft in fremder Währung verschuldet. Unterm Strich bricht ihnen daher nicht nur das Wachstum weg, oft verlieren auch wie derzeit in der Türkei, in Brasilien oder Russland die Währungen stark an Wert und die Inflation steigt.

Heikle regionale Fokussierung in vielen Anleger-Portfolios

Wir finden es daher schwierig, dass vielen Anlegern hierzulande von ihren Beratern zu einem Mix aus deutschen Titeln und Aktien aus wachstumsstarken Schwellenländern geraten wird. Die meist deutlich höheren Schwankungen verstärken die Phobie der Deutschen vor Aktien. Aus unserer Sicht macht eine Aufteilung nach Regionen ohnehin nur wenig Sinn. Wir investieren immer nur selektiv in Einzeltitel, denn erfolgreiche Geschäftsmodelle gibt es in vielen Ländern und Branchen. Unser Fokus liegt auf Qualitätsaktien von ertragsstarken Unternehmen mit attraktiven Geschäftsmodellen, die voraussichtlich auch in Zukunft funktionieren werden. Unterm Strich werden wir aktuell besonders häufig in den USA fündig – trotz der angeblich hohen Bewertungen.

 

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