20.10.2017 -
Als der Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities 2007 aufgelegt wird, ist der Fonds zunächst nur für das private Vermögen der Firmengründer, ihrer Familien und Freunde gedacht. Zehn Jahre später zählt er zu den beliebtesten Publikumsfonds in Deutschland – und die Firmengründer sind noch immer investiert. Ein kurzes Fondsporträt.
Niemals zuvor in der Geschichte war die Politik der großen Notenbanken so locker, das Zinsniveau in den Industrienationen so niedrig. Wer vor zehn Jahren behauptet hätte, Banken und Sparkassen würden irgendwann Negativzinsen für Guthabenkonten verlangen, wäre vermutlich ausgelacht worden. Negativzinsen? So etwas hat es schließlich in den vergangenen 3.000 Jahren (so lange reichen die Aufzeichnungen immerhin zurück!) nicht gegeben.
Wir befinden uns also auf unerforschtem Gebiet.
Die richtige Auswahl verschiedener Anlageformen ist daher heutzutage sehr viel schwieriger als ein einfacher Vergleich von Zinskonten. Aber auch die von vielen Profi-Investoren eingesetzten, auf historischen Daten basierenden, finanzmathematischen Modelle haben ihre Tücken: So wie eine Karte der Nordsee bei einer Fahrt durch den Atlantik nutzlos ist, sind starre Risikomodelle kaum geeignet, ein Vermögen sicher und ertragreich durch Phasen großer Umbrüche zu manövrieren. Flexibilität ist stattdessen gefragt.
Das Fondsmanagement der Flossbach von Storch Multiple Opportunities Fonds investiert in verschiedene Anlageklassen. Dabei genießt es sehr hohe Freiheitsgerade. So ist der Fonds in der Lage, sein Profil dem Marktumfeld zügig anzupassen. Er kann eher offensiv ausgerichtet sein, sollte es die Situation erfordern, oder eher defensiv, falls es notwendig erscheint.
Die Grundlage für die Verteilung des Fondsvermögens ist ein eigenes, unabhängiges Weltbild, das derzeit (weiter) steigende Staatsschulden, dauerhaft niedrige Zinsen und ein (nur) moderates Wachstum der Weltwirtschaft vorsieht.
Ob ein einzelnes Investment attraktiv ist, wird im Rahmen einer gründlichen Unternehmens- oder Länderanalyse beurteilt. Maßgeblich für jede Anlageentscheidung ist das Chance-Risiko-Verhältnis; die Chancen müssen stets deutlich größer sein als die Risiken. Dabei gilt: Für den langfristigen Anlageerfolg ist es wichtiger, die Risiken zu verstehen, als zu versuchen, sie gänzlich zu vermeiden. Es gibt keine Anlage, die sowohl kurzfristige Sicherheit als auch langfristigen realen Kapitalschutz geschweige denn Wertzuwachs bietet. Das Kontoguthaben gewährt Ersteres, die Aktienanlage Letzteres, um zwei Beispiele zu nennen.
Auch wenn der Fondspreis in den vergangenen Jahren unterdurchschnittlich stark geschwankt hat, nehmen wir Kursschwankungen (Volatilität) billigend in Kauf, um langfristig attraktive Renditen erzielen zu können; vorausgesetzt, wir sind von der Qualität des jeweiligen Investments überzeugt.
Im Niedrigzinsumfeld sollte ein breit aufgestelltes Portfolio einen entsprechend großen Aktienanteil enthalten. Unser Fokus liegt dabei auf echten Qualitätstiteln – auf Aktien von Unternehmen, die über ein erprobtes Geschäftsmodell verfügen, verlässlich wachsen, global aufgestellt und wenig verschuldet sind. Wir verstehen den Kauf einer Aktie als langfristige Beteiligung an einem Unternehmen, nicht als kurzfristige Spekulation. Die Zeit ist der Freund der Qualitätsaktie.
Bei Anleihen verfolgen wir einen aktiven, sehr opportunistischen Ansatz. Auf Anlagegelegenheiten warten – und diese dann auch nutzen, wenn sie sich ergeben. Auf diese Weise lassen sich nach wie vor vergleichsweise attraktive Renditen mit Anleihen erzielen.
Ein wichtiger Baustein unseres Portfolios ist Gold. Eine Versicherung gegen die uns bekannten und unbekannten Risiken, insbesondere die langfristigen Folgen der ultralockeren Geldpolitik. Es ist nicht ausgeschlossen, dass das Vertrauen in unser Papiergeldsystem irgendwann schwindet, sollte das Notenbankexperiment außer Kontrolle geraten.
Wenngleich wir sehr froh wären, wenn wir diese Versicherung in Zukunft nicht in Anspruch nehmen müssten.