08.12.2020 - Flossbach von Storch

Der Zins entscheidet, nicht der Brexit


Der Zins entscheidet, nicht der Brexit

Der Zins ist seit jeher die Gravitationskraft der Finanzmärkte – leider ist der Zins heute nahezu verschwunden. Weil dieser natürliche Anker fehlt, drohen nun Fehlallokationen.

 

Für langfristig denkende Investoren ist der Zins die alles entscheidende Einflussgröße. Nicht Brexit, US-Wahl oder das Pulverfass im Nahen Osten. Der Zins ist es. Er wirkt als Gravitationskraft, wie ein Fixpunkt für die Preise sämtlicher Anlageklassen. Ist der Zins verschwunden, fehlt der natürliche Anker. Es drohen Fehlallokationen und Übertreibung. Übertrieben ist beispielsweise die Kursentwicklung von Staatsanleihen. Wer vor 20 Jahren behauptet hätte, dass 30-jährige Bundesanleihen mal Negativrenditen abwerfen würden, dem wären Hohn und Spott sicher gewesen. Womöglich auch nur mitleidiges Kopfschütteln. Überzogen dürften mittlerweile auch viele Immobilienpreise sein, jedenfalls die in ausgewählten Lagen.

Aktienbewertungen werden kritisch beäugt, Anleihen aber nicht?

Das spannende ist, dass Anleihen nicht verdächtig scheinen, vollkommen überteuert zu sein. Auch der Blick der Anleger auf Immobilien ist differenzierter – weil „Betongold“, wie es so schön heißt, ein besonderes Gefühl von Sicherheit vermittelt. Nein, es sind vielmehr die Aktien, deren Bewertung stets kritisch beäugt wird. Nach dem kräftigen Kursanstieg seit März umso mehr. Der nächste Crash scheint kurz bevorzustehen, wie eigentlich immer. Für den flexiblen, langfristig denkenden Anleger ist das aber kein schlechtes Umfeld. Er weiß, dass Kurschwankungen dazugehören und Rücksetzer ihm Gelegenheiten bieten. Aber sind Aktien überhaupt völlig überteuert?

Vom Hype sind Aktien noch entfernt

Nein, sind sie unseres Erachtens nicht, zumindest nicht in Gänze. Ihre Bewertungen liegen zwar über dem historischen Durchschnitt, sind aber noch immer ein gutes Stück entfernt von früheren Hype-Phasen. Und: In Relation zu anderen Anlageklassen, den zuvor genannten Anleihe- und Immobilienpreisen etwa, erscheinen Aktien nach wie vor moderat bewertet. Unseres Erachtens hat der Aktienmarkt das Nullzinsumfeld noch immer nicht als dauerhaft eingepreist. Denn wenn er das hätte, also wenn alle Investoren davon ausgingen, dass die Zinsen noch 20 Jahre tief bleiben, dann müssten die Bewertungen höher liegen. Gut möglich, dass diese Erkenntnis noch reifen wird…

 

Dies ist ein Auszug aus einem Artikel, der in der aktuellen Ausgabe von „Position“, dem Magazin von Flossbach von Storch, erschienen ist. Sichern Sie sich hier Ihr kostenloses Abonnement.

 

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